Chiemsee
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Der Chiemsee, das Bayerische Meer,

und Prien 

Ich weis nicht mehr, wie viele es waren, aber ich hörte sie alle sagen, hier hat der Herrgott sich doch ein bisschen viel Zeit  gelassen !

      Der Chiemgau

Der Chiemsee !

F r a u e n i n s e l 

mit Blick auf 

Hochgern und Hochfelln

 

von  Josef Weidacher aus Urschalling

 
  • Gletschersee,  geteilt in   Inselsee und Weitsee
  • mittlerer Wasserspiegel:  518 m über NN
  • Fläche ohne Inseln:  80 qkm  (79,9  qkm)
  • Uferlänge:   64 km
  • größte Tiefe:   73,4 m
  • mittlere Tiefe:   25,6 m
  • Wasserinhalt:    2.053.000.000 m^3

 

Der Chiemsee hat 24 Zuflüsse. Größter Zufluss ist die Tiroler Ache mit 36m^3 pro Sekunde. An zweiter Stelle steht die Prien mit 3,6m^3 pro Sek. Andere Zuflüsse sind Rothgraben, Bernauer Ache und Überseer Bach. Der einzige Abfluss ist die Alz, die bei Seebruck den See verlässt und ihm 47,5 m^3 Wasser pro Sekunde entführt.

Die Entstehung des Chiemsees in ein paar Sätzen

Die sechste und bisher letzte Kälteperiode, die sogenannte Wärmeeiszeit, war vor ca. 115.000 Jahren und vor ca. 25.000 Jahren hatte sie ihren Höhepunkt.

Als Folge der niederen Temperaturen  begannen die Gletscher der Alpen enorm zu wachsen. Die Täler füllten sich mit Eis und ergossen sich weit in das Alpenvorland.

Diese Eisströme bildeten im Alpenvorland eine große Eisfläche, wobei der Inngletscher bei seiner größten Ausdehnung nördlich bis Haag und im Westen bis Aying reichte. Im Osten rieb er sich am kleineren Chiemseegletscher, der sich im Norden bis Seeon und im Osten bis Traunstein erstreckte.

Der Eispanzer erreichte eine enorme Dicke. So lag die Oberfläche des Inngletschers beim Austritt   aus den Alpen mehr als 700 m höher als der Talboden unserer Zeit. Die Oberfläche des Chiemseegletschers erreichte über dem späteren Chiemseebereich bei Gletscherhöchststand  ca. 800 m über NN, d.h. fast 300 m über dem heutigen Niveau.

Nachdem der Gletscher "fließt und schiebt", d.h. das Eis in Bewegung ist, und dieses Eis bei etwa   -20°C härter ist als Kalkstein, braucht man nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie diese schwere Masse hobelte und schliff, schürfte und rundete. Das abgetragene Material wurde mittransportiert und vor allem an den Gletscherwänden abgelagert. ( Moränen ) So schufen sich  die Gletscher im Vorland  durch Eintiefung ein Stammbecken, über dem die Eiskappe immer dicker  wurde, so dass im heutigen Chiemseebereich eine Eismächtigkeit von 600 m erreicht wurde.  Die Urbecken der Voralpenseen sind so entstanden. Der Boden des Chiemsees ist aber nicht  gleichförmig, sondern es sind vier von Süd nach Nord gerichtete Rinnen vorhanden. Ursache für  diese Rinnen sind der Wester- und der Osterbuchberg und die Herreninsel. Diese stauten im Frühstadium  der Eiszeit die Eisströme und lenkten sie ab. Als es  vor  ca. 15000 Jahren in Mitteleuropa wieder wärmer wurde, schmolzen die Gletscher und zogen sich wieder in die Berge zurück

Zurück blieben tiefe Becken die sich rasch mit Wasser füllten. Die sperrenden Moränenwälle verhinderten ein Auslaufen. Riesige Seen entstanden. Der Chiemsee hatte damals eine Fläche  von ca. 200 qkm und reichte in der Länge von Marquartstein bis Truchtlaching und in der Breite  von Bergen  bis Petham.  Sein Wasserspiegel lag um rund 20 m höher als heute, die Wassertiefe betrug bis 250 m. Zahlreiche Inseln ragten aus dem Wasser hervor, allerdings nicht, für eine in geologischen Dimensionen lange Zeit.

Die Abflüsse der Seen tieften sich in die sperrenden und stauenden Moränen ein, sodass mehr Wasser abfliesen konnte und der Wasserspiegel stetig sank. Einige Seen durchbrachen die vorhandenen Wälle und liefen aus. So z.b.: der Rosenheimer See, an den der Simssee als  letzter Rest erinnert.

Zugleich transportierten die durch Schmelzwasser wasserreichen Zuflüsse gewaltige Massen von Schutt, Schlamm und Geröll und lagerten diese in den Seenbecken ab. Und so wurden die Seen im Laufe der Jahrtausende durch natürliche Auffüllung kleiner und kleiner.

In 6000, vielleicht auch in 8000 Jahren ist der Chiemsee verlandet und weg?

Es sei denn... es kommt eine   neue Eiszeit !!

 

ein paar Zeilen zu    Prien am Chiemsee`

           der Mittelpunkt im Chiemgau!          

Der Marktflecken ist die größte Gemeinde am Chiemsee. Prien wurde etwa im 12.Jahrhundert von den - Grafen von Falkenstein - gegründet. 

 

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